




40 Jahre Glion-Treffen – Erinnerung und erneutes Engagement für den Frieden
Am 13. September nahmen unser neuer Pfarrer Kim, Frau Ute Hedrich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie Gemeindemitglieder der EGDS am Abschlussgottesdienst der „International Ecumenical Peace Convocation“ teil.
Im Mittelpunkt standen die Reflexion über den 40. Jahrestag des Glion-Treffens von 1986 und die ökumenische Pilgerreise für den Frieden. Zugleich ging es um die Frage, wie wir unser Engagement für Frieden, Versöhnung und Friedensaufbau in der heutigen Zeit erneuern und weiterführen können.
Worum ging es beim Glion-Treffen?
Das Glion-Treffen von 1986 war eine historische ökumenische Zusammenkunft, die vom 2. bis 5. September 1986 in Glion in der Schweiz stattfand. Zum ersten Mal seit der Teilung der koreanischen Halbinsel kamen dort christliche Vertreter aus Nord- und Südkorea persönlich miteinander ins Gespräch.
Organisator:
Das Treffen wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK/WCC) einberufen.
Teilnehmer:
Vertreten waren die Koreanische Christliche Föderation (KCF) aus Nordkorea und der Nationale Kirchenrat Koreas (NCCK) aus Südkorea.
Thema:
„Die biblischen und theologischen Grundlagen des christlichen Engagements für den Frieden“.
Ein besonderer Moment: Gemeinsam das Abendmahl feiern
Ein besonders bedeutender Moment des Treffens war die gemeinsame Feier des Heiligen Abendmahls (Eucharistie).
Trotz anfänglicher Angst, Unsicherheit und gegenseitigen Misstrauens entstand durch die gemeinsame Feier ein Raum der Begegnung. Sie wurde zu einem wichtigen Zeichen dafür, dass Vertrauen und Versöhnung auch dort wachsen können, wo politische und gesellschaftliche Konflikte über Jahrzehnte hinweg Menschen voneinander getrennt haben.
Historische Bedeutung
Das Glion-Treffen gilt als ein wichtiger Durchbruch im ökumenischen Dialog zwischen Nord- und Südkorea. Es war ein erster offizieller Dialog zwischen christlichen Gruppen beider Seiten nach dem Koreakrieg und trug dazu bei, die langanhaltende Sprachlosigkeit zu überwinden.
Das Treffen war zugleich ein wichtiger Bestandteil des Tozanso-Prozesses, der mit der Tozanso-Konsultation von 1984 begonnen hatte. Die ökumenische Bewegung setzte sich für Frieden, Versöhnung und letztlich für eine friedliche Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel ein.
40 Jahre später: Was bedeutet das für uns heute?
Vier Jahrzehnte nach dem Glion-Treffen bleibt seine Botschaft aktuell. Das Treffen zeigt, dass Dialog auch unter schwierigen politischen Bedingungen möglich ist und dass Begegnung ein erster Schritt auf dem Weg zu gegenseitigem Verständnis und Vertrauen sein kann.
Der 40. Jahrestag lädt uns deshalb nicht nur dazu ein, auf die Geschichte zurückzublicken. Er fordert uns zugleich heraus, unser eigenes Engagement für Frieden, Versöhnung und Friedensaufbau heute neu zu bedenken und weiterzuführen.
Gerade in einer Zeit, in der die koreanische Halbinsel weiterhin von Spannungen und Teilung geprägt ist, erinnert uns das Glion-Treffen daran: Frieden beginnt mit der Bereitschaft, einander zu begegnen, zuzuhören und den Dialog nicht aufzugeben.
